Schubart’sche Mitte: Ein Mann, eine Vision, viele Widerstände

Die Schubart’sche Mitte (auch Grüne Mitte genannt) ist die mittlere Terrasse des ehemaligen Kasernengeländes in Geismar, Göttingen. Heute zählen die Wohnungen auf den Zietenterrassen zu den begehrtesten Immobilien der Region. Dass es soweit kommen konnte, ist überraschend – denn die Zeichen des Namensvetters der Schubart’schen Mitte, Holger Thorsten Schubart, standen immer wieder ungünstig.

Der Traum: Von der Militärkaserne zum Mieter-Idyll

Lange Zeit zählte das Gelände der Zietenkaserne zu den unansehnlichsten Gebieten der Universitätsstadt Göttingen. Noch bis 1994 waren Soldaten in der „Zieten-Ranch“ stationiert – danach standen die Gebäude leer. Holger Thorsten Schubart, Unternehmer und selbst in Göttingen aufgewachsen sah eine Chance, seine Heimatstadt aufzuwerten und kaufte im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages über 50.000 m² Land mit sieben stark renovierungsbedürftigen Bauten im Zentrum des Geländes. 

Seine Vision: Aus dem verlassenen und verwahrlosten Kasernengelände ein lebenswertes Wohn- und Gewerbegebiet zu schaffen, in dem sich Anwohner und Unternehmen wohl fühlen können.

Eine alte Aufnahme der Zietenkaserne der Bundeswehr.

Unerkanntes Kleinod

Die „Schubart’sche Mitte“, wie der Streifen zwischen Julius-Leber-Weg und Ehrengard-Schramm-Weg bald genannt wurde, sah Schubart mit enorm viel Potenzial – aber der Immobilienunternehmer  gelangte ins Visier der Staatsanwaltschaft.

Sein Traum der belebten urbanen Oase sollte sich letztendlich trotzdem erfüllen – allerdings erst nachdem ihm das Projekt entrissen worden war.

Durchkreuzte Pläne

Ein Insolvenzverfahren des Baugeneralübernehmers drosselte den Fortschritt auf den Zietenterrassen. Schubart hatte bereits Millionen in die Zietenterrassen investiert, sein Geschäftshaus Bertha-von-Suttner-Str. 9 hatte er edel modernisiert – trotzdem hatte man das  Grundstück als praktisch wertlos eingebucht und so geriet er nun selbst in Insolvenz. 

Schwerwiegende Folgen: Eingefrorene Konten, Vorwurf lautet Betrug, U-Haft, Verurteilung aufgrund seines Geständnisses. Sein Herzensprojekt konnte er nicht wie mit Partnern geplant zu Ende bringen. 

Erfolgsprojekt über Umwege

2005 wurde die Schubart’sche Mitte schließlich zwangsversteigert. Die angeblich durch Schubart Geschädigten bauten nun preiswerter mit einer Bietergemeinschaft buchstäblich auf seinem Fundament und seinem Zusammenbruch.

Heute gibt es auf der Schubart’schen Mitte 104 Wohneinheiten, einen etwa 300 Meter langen Fußweg, der zum Spazieren einlädt und mehrere öffentlich zugängliche Spielräume. Die Vision von Holger Thorsten Schubart, für seine Heimatstadt Göttingen was Neuartiges zu schaffen, hat sich also erfüllt – zumindest das ist für ihn, nach all dem Durchgestandenen, tröstlich.

Holger Thorsten Schubart – Initiator mit ungebrochenem Willen

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